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Am 14. Februar fanden sich 20, teilweise unausgeschlafene, TSCer und einige „Zugereiste" im Saal des Clubs ein, um in einem zweitägigen Kurs ihre Kenntnisse in erster Hilfe auf den Stand der Technik zu bringen oder aufzufrischen.

Jutta und ich waren dabei, denn seit Urzeiten hatten wir nicht mehr an einer solchen Veranstaltung teilgenommen.

Und es hat sich gelohnt!

1.hilfe 2015 dlrgZwei DLRG-Ausbilder erklärten kompetent das Verhalten bei Not- und Unfällen. Das begann mit dem richtigen Verhalten am Unfallort. Wir lernten u.a. was die gelben Nummern am Gefahrguttransporter bedeuten und wohin diese Ziffern gemeldet werden müssen. Selbstschutz, Anwendung der richtigen Hilfsmittel, neue sichere Seitenlage, richtige Verwendung vorhandener Mittel und, und und...

Ich kann nicht alles aufzählen, was uns in den zwei Tagen geboten wurde.

Dazu gehörten auch praktische Übungen zu Herzmassagen und künstlicher Beatmung. Viel Neues!

Sehr wichtig war z.B. die Erklärung des AED, Abkürzung für Automatisierter Externer Defibrillator.

Der richtige Umgang mit dem Gerät kann im wahrsten Sinne des Wortes Leben retten. Und uns wurden auch Defizite an Hilfsmitteln im Verein aufgezeigt. Ich möchte für Jutta und mich Dank sagen an die DLRG-Experten und an Peter, der den Kurs organisiert hatte. Es war keine verlorene Zeit.

Wolfgang Hertel

2015 49er 01Endlich stand uns in Miami die erste Worldcupregatta in der neuen Saison bevor. Denn nach einem intensiven und erfolgreichen Training auf dem Olympiarevier für 2016 in Rio bemerkt man, dass die Spiele 2016 immer näher rücken. Alle Topsegler sollten kommen, es wird nichts mehr ausgelassen und wir freuten uns auf ein anspruchsvolles und spannendes Event.

Gemeinsam mit unseren Teamkollegen Justus Schmidt und Max Boehme sowie unserem Trainer Thomas Rein reisten wir eine Woche vor Regattastart an um das uns unbekannte Revier kennenzulernen. Auf Grund von Zeitengpässen mit nachfolgenden Veranstaltungen charterten wir für diese Regatta ein Boot und versuchten auch dieses in den ersten Tagen kennenzulernen.

Anhand der Statistiken der letzten Jahre erwarteten wir Segeltage mit eher gemäßigten Bedingungen, was sich in diesem Jahr jedoch nicht bestätigte. Vor dem großartigen Panorama der Skyline von Miami segelten wir die ersten drei Tage bei sehr starken, böigen und drehigen Winden. Mit einem 4. Platz starteten wir trotz einer Kenterung eigentlich gut in die Regatta. Mit einer weiteren Kenterung, einem 10. und 20. Platz ging es leider nicht so gut weiter und wir beendeten den Tag gesamt auf Platz 13.

In der Yacht 1/2015 auf Seite 72 finden Bootseigner, die Antifoulinganstriche auf ihren Booten verwenden, einen Artikel, der den gegenwärtigen Stand bei der EU-Prüfung im Rahmen der Biozidrichtlinie beschreibt, und den ich zu lesen empfehle. Er bezieht sich auf das Pressegespräch auf der Hamburger Bootsmesse, an dem ich für den DSV teilgenommen habe und stellt insgesamt einen objektiven Bericht des Verlaufs dar. Ob allerdings wegen des erhöhten Wertes von Irgarol (s-Triazin) ein Verbot von biozidhaltigen AFs binnen notwendig ist, sei dahingestellt.

Nach Auskunft des Umweltbundesamtes wird der Wirkstoff wegen hoher Giftigkeit (Toxizität) und Schwerabbaubarkeit (Persistenz) sowieso nicht zugelassen und darf dann in Unterwasseranstrichen nicht mehr verwendet werden.

Wie in der Studie richtig angegeben wurde, ist eine einmalige Beprobung noch nicht aussagekräftig, aber das Problem wird sich mit dem bevorstehenden Verbot von selbst erledigen.

Für die mechanische Reinigung im Wasser gilt, dass derzeit ein Verbringen des anhaftenden Bewuchses in das Gewässer nach den Wassergesetzen unzulässig ist. Hier müssen die Länder tätig werden, wenn diese Alternative angewendet werden soll. Die Farbindustrie hat sich auf diese Alternative schon eingestellt und bietet biozidfreie sehr harte Unterwasseranstriche an.

Wolfgang Hertel,

Umweltobmann im TSC, Dezember 2014

Anmerkung der Redaktion: Der Überführungstörn, über den hier berichtet wird, hat tatsächlich so stattgefunden. Die Namen und der Verein sind verändert und da die Hauptperson nicht mehr in Berlin lebt, glauben wir, keinem „auf die Füße zu treten". Aber zur Abschreckung dient er allemal oder als preiswürdiger Beitrag für den Fahrtenseglerwettbewerb. (Re)

Kann dieser Segeltörn je vergessen werden?

Vorbereitung

An einem lauen Vorfrühlingsabend treffen sich vier Segler Kalle, Ludwig und Paule mit Skipper Knut im Segelclub CST. Törnbesprechung. Das Segelboot vom Skipper Knut soll von Nordschweden über die Ostsee nach Berlin überführt werden. Es handelt sich hierbei um eine 25-jährige 9 m lange GFK-Segeljacht namens Krabbe oder heißt sie Scampi oder Lobster, egal, was sind schon Namen. Der Skipper schlägt vor, das Boot nonstop über die Ostsee zu bringen. Nicht etwa unter Land, nein, 10 Tage weit draußen auf See. Mit Astronautennahrung als Proviant würden alle vollwertig versorgt sein. Astronauten? Vielleicht auch noch Astronautenpempers, dann spart die Crew den Toilettengang. Aber das war „Gott sei Dank" kein Thema. Es wird ein Crew-Vertrag für die Überführung der Segelyacht herumgereicht. Hier heißt es wörtlich unter §4: „Die Kosten für die Verpflegung, bestehend aus s.g. Astronauten-Verpflegung (1x/Tag) für 10 Tage wird von allen Überführungs-Mitgliedern, inkl. Eigner/Skipper zu gleichen Teilen bezahlt. (Rührei mit Zwiebeln für 4,45 DM/Person = Frühstück)." Aber dieser Gedanke wird ganz schnell von der Crew verworfen. Sie machen noch Vorschläge zur Bootsausrüstung. Jedes Crewmitglied ist selbst Bootseigner und könnte mit Seekarten, nautischer Ausrüstung oder Bootszubehör aushelfen. Aber Fehlanzeige. Der Skipper beruhigt sie. Alles Nötige sei an Bord. Außerdem führe er 1 Woche vorher nach Schweden, um alles seeklar zu machen. Vorfreude auf den anstehenden Törn greift um sich.

Mit der Hanse 370 „Sanibel II" von Greifswald über Sassnitz nach Bornholm und von Hasle, über Nexsø, Kolberg, Swinemünde und Kröslin wieder zurück nach Greifswald. Das waren 285 sm mit achterlichem Wind! (wenn er wehte)
Besatzung: außer mir: Andi Matthey, Mario Steinberger und Peter Schupp

Samstag, 31.05.2014 Greifswald - Sassnitz 36 sm, 6:00 Std.

Früh verlassen wir, Andi und ich, Berlin. Nach einer schnellen Fahrt erreichen wir gegen 10.00 Uhr Greifswald. Mario und Piet kommen nur wenig später. Das Ausrüsten und Einchecken ist Routine. Doch stellt sich heraus, dass das Bugstrahlruder, Marios Lieblingsspielzeug, nicht geht. Auch der „Target"-Wetterempfänger funktioniert nicht und das Log streikt. Alles Dinge, auf die wir nicht unbedingt angewiesen sind. Dafür gibt es neue elektrisch betriebene Winschen. Die brauchen wir aber nicht.
Um kurz vor halb eins legen wir ab, um noch die letzte Brückenöffnung des Vormittags in Wieck zu schaffen. Der Wind ist günstig: Westlicher Wind und das soll sich auch in den nächsten Tagen nicht ändern. Im Gepäck haben wir nicht nur flüssige und feste Nahrung sondern auch alternierende Törnplanungen. Die eine hat Wismar zum Ziel, das liegt im Westen, die andere Bornholm, das liegt im Osten. Bei diesem Wind und der Prognose für die nächsten Tage, ist Bornholm die bessere Wahl. Und, weil wir so pünktlich ablegen konnten, ist Sassnitz noch vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen
Raumschots preschen wir über den Greifswalder Bodden, zum Teil mit 7 kn. Bei der Huck Südperd gehen wir höher an den Wind, verlieren aber kaum an Fahrt. Erst als wir bei der Landspitze „Nordperd" Kurs auf Sassnitz nehmen, stellen wir fest, dass der Wind etwas auf Nord gedreht hat und das letzte Stück ein sehr knapper Anlieger wird. Mario und ich entscheiden uns für ökonomisches Segeln. Wir verzichten vor Sassnitz auf den nötig gewordenen Kreuzschlag und lassen uns die letzten 2 sm von der Maschine bewegen.
Um 19.00 Uhr laufen wir in den Vorhafen ein, klar bei Leinen und Fender. Das heißt, nicht ganz klar: Ein Knoten muss nicht ganz vorschriftsmäßig gesteckt worden sein, so dass ein Fender seinen vorgesehenen Platz verlässt. Das übliche MOB-Manöver zum Törnbeginn findet also sofort und unter erschwerten, dafür realistischen, Bedingungen statt. Absicht? Hatten wir das nicht auch schon im letzten Jahr im Hafen von Klintholm?
charter bornholm 2014 02Schließlich liegen wir doch fest an einem der zwei nagelneuen Schwimmstege, mit allen Fendern. Die neue Anlage ist gelungen: An den zwei Schwimmstegen gibt es genug Säulen mit Licht, Wasser und Strom. Die Boxen haben unterschiedliche Breite und Länge, allerdings auch einen unterschiedlichen Preis. Die billigsten sind die Boxen 1 bis 10 am zweiten Steg. Wir gönnen uns eine für 20 €, Strom und Wasser inbegriffen. Auf dem Kai hört der Luxus dann auf. Das Büro des Hafenmeisters ist klein und unscheinbar, er ist aber sehr höflich und hilfsbereit. Duschen kostet 1 €. Dafür genießt man den Charme der ehemaligen DDR.
Während wir das Schiff aufräumen, wirkt Mario in der „Kombüse". Hähnchen mit Pilzen gibt es und jede Menge Flüssigkeit. Erst kurz vor Mitternacht kommt die Mannschaft zur Ruhe. Nur der Wind heult weiter.

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