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Stell Dir vor es ist WM und Du kannst nicht segeln.

2014 49er 16Hätte das vor einer Woche jemand zu mir gesagt, hätte ich wohl gelacht - vorstellen können hätte ich es mir jedoch nicht. Auch wenn ich das Bakterium aus Rio gerade erst los war und die Schleimhäute meiner Kieferhöhle noch nicht ganz abgeschwollen, so fühlte ich mich doch körperlich wie geistig fit und absolut bereit die Weltmeisterschaft zu segeln. Und, noch wichtiger, den Olympischen Startplatz im 49er für Deutschland zu sichern. Denn hier in Santander werden bereits die ersten zehn von zwanzig Olympiatickets für die bestplatzierten Nationen vergeben. Also eine gute Chance das früh abzuhaken, um sich später keine Gedanken mehr darüber machen zu müssen.

Und jetzt ist Sonntagabend, morgen beginnen die Rennen für uns und ich sitze in der Lobby unseres Hotels. Ich blicke aufs Meer, dorthin wo ich morgen segeln wollte. Doch meine Linke Hand ist geschient und vom Daumen fast bis zum Ellenbogen ist mein Arm fest eingepackt.

Es gibt diese einschneidenden Momente im Leben, ich glaube jeder kennt das. Bezogen auf den Sport war der für mich mit Abstand größte Moment der Gewinn des Europameistertitels. Der Moment, als wir am Ende ins Ziel gingen, nachdem wir mit drei perfekten Rennen noch zwei internationale Topteams überholt hatten. Unbeschreiblich und unvergesslich.

Joseph Boys sagte einmal "Nur wer sich ändert, bleibt sich treu" Das gilt natürlich auch für den TSC, der sich ständig dem Neuen anpasst und damit meine ich nicht die sich ständig ändernden Winde auf unserer Heimatpfütze. Der TSC ist zwar ein traditionsbewusster und doch vor allem ein moderner Club mit modernen Ansichten und modernem Auftreten. Dazu gehört nicht nur das modern eingerichtete Herrenklo sonder auch ein state-of-the-art Web-Auftritt. Es ist unser Bestreben, hier nicht jeden Modetrend mitzugehen, doch das einzuführen, was nachhaltig ist und unseren Mitgliedern die Freude am Club und am Segeln steigert. Die Wetterseite des TSC und die beiden WebCams sind solche Highlights, die zur webbasierten Lebensqualität massiv beitragen, wie uns die Klickzahlen jeden Monat lebendig erzählen. Doch genau hier liegen auch die größten Probleme der Webseite.

Auch dieses Jahr nahmen wieder 24 Kinder vom 11. bis zum 22.08.2014 am Schnuppersegeln im TSC teil.

In der ersten Woche gab es jeden Tag ein Programm von 10 bis 17 Uhr. Nachdem einige Kennenlernspiele gespielt wurden und jeder eine passende Schwimmweste gefunden hatte, ging es auch schon ins Wasser. Zunächst zum Baden und anschließend zur Paddelregatta.

Bereits am zweiten Tag machten sich die Kinder mit den Optis vertraut, mit ein bisschen Theorie und Kenterübungen, sodass dem eigentlichen Segeln dann nicht mehr viel im Wege stand. Die Mutigen trauten sich sofort zu zweit in ein Opti und wurden von Hinweisen der Betreuer vom Motorboot aus unterstützt. Die etwas Vorsichtigeren waren zunächst in größeren Gruppen auf der Randmeerjolle und konnten von da aus zum Beispiel vom Schwimmsteg aus baden gehen. So konnten bereits in der ersten Woche alle ihre ersten Segelerfahrungen machen. Das Wetter spielte weitesgehend mit, allerdings war der Wind in den ersten Tagen ab und an zu stark für die Anfänger, sodass es manchmal auch auf den Spielplatz ging, ein Tischtennisturnier veranstaltet wurde und, zur großen Freude der Kinder, jeden Tag genug Zeit fürs Baden blieb.

 

Ein Test auch für uns...

2014 49er 13Mit einem sechsten Platz im Gesamtergebnis schauen wir auf sechs erfahrungsreiche Regattatage zurück. Auf dem olympischen Revier sind wir gegen die zwei besten Teams jeder potentiell teilnehmenden Nation für Rio 2016 gesegelt. Besonders und neu war es für uns, dass wir dabei von Beginn an gegen nur 18 weitere Teams gesegelt sind. Es gab keine Fleetraces und keine Unterteilung in Gold- und Silberfleet. Nur die drei Medelraces fanden wie gewohnt statt.

Nicht nur der Veranstalter hat seine Abläufe geprobt, auch wir haben getestet und neue Erfahrungen gesammelt. Bereits am ersten Regattatag sind wir mit einem anderen Boot kollidiert und mussten innerhalb einer Wettfahrt unsere Saling wechseln. Die daraus resultierende Protestverhandlung haben wir gewonnen und bekamen eine Wiedergutmachung.  An einem weiteren Tag haben wir vergessen uns auszutragen, was aus Sicherheitsgründen essentiell ist und bei Missachtung mit einer Punktstrafe belegt wird. Dieser Fehler unterläuft fast jedem Segler in seiner Karriere ein einziges Mal, wir sind froh, dass wir unser einziges Mal nun abhaken können.  Besonders ärgerlich wäre es, da häufig ein Punkt über Sieg und Niederlage entscheiden kann.

Liebe TSCer,

viele Grüße von der ORC WM in Kiel! Mit 4 Inshore und 2 Offshore Rennen haben wir uns im starken Feld der ORC II Klasse mit unserer XP 44 (X-Day, GER 6655) für das Goldfleet qualifiziert. Gestern konnten wir nach 11 Stunden auf dem Wasser einen 2. Platz im Offshore feiern. Heute und morgen wird es nun mit 3 weiteren Wettfahrten noch einmal spannend auf der Bahn.

Daumen drücken!!

Für Bilder und Ergebnisse:
http://www.orcworlds.com/

Bis bald in Berlin
Andrea Loth

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