Bericht über das Opti-C-Trainingslager im Sommer 2006

Am Montag, den 7.8.06 ging es endlich los: Das lang ersehnte und erste längere Trainingslager für Ollis und meine Optigruppe.
Nach vier Wochen Erholung aufgrund der großen Sommerferien wurde es nun Zeit für ein bisschen Stress und Action auf dem Wasser. Für uns Trainer ging der Stress allerdings schon einige Zeit früher los, da wir das Trainingslager und das parallel verlaufende, alljährliche Schnuppersegeln planen und organisieren mussten. Nachdem das aber sehr zufriedenstellend bewerkstelligt wurde konnten wir uns froh und munter in die folgenden zehn Tage Trainingslager stürzen.

Das Programm am Vormittag des ersten Tages lief parallel mit dem Programm des Schnuppersegelns ab: Kennenlernspiele für alle kleinen Seglerinnen und Segler, aber natürlich auch für die knapp 10 Trainer und Betreuer, die teilweise mehr als 20 neue Namen lernen mussten. Nachmittags ging es dann für meine Optigruppe raus aufs Wasser, die erste kleine Segeleinheit stand auf dem Programm. Geplant war hier aber lediglich das langsame Einsegeln nach der 4-wöchigen Pause. Der zunehmende, starke Wind warf die Planung aber kräftig durcheinander und so hatten die meisten meiner SeglerInnen doch ganz ordentlich zu kämpfen und kamen erschöpft und pitschnass etwas verspätet im Hafen an. Nach einer Redepause aufgrund von extremer Heiserkeit durch das viele gegen-den-Wind-Schreien konnte ich mich beim Einlaufen in den Hafen auch wieder stimmlich bemerkbar machen. Ich denke, die Kinder und die Trainer haben bereits in der ersten Nacht vor Erschöpfung wie ein Stein geschlafen.
Nach dieser schweren Probe am ersten Tag flaute der Wind am folgenden Tag etwas ab, so dass (angenehmes), langes und kräftezehrendes Manövertraining auf dem Programm stand,  unser Ziel war ja schließlich die Jüngstenscheinprüfung.
Am dritten Tag kam dann zum praktischen seglerischen Teil noch ein wenig Theorieunterricht hinzu, denn für die bevorstehende Prüfung musste so einiges über Vorfahrtsregeln, Kurse, Knoten, Bezeichnungen und vieles mehr gepaukt werden. Dies setzte sich dann auch die folgenden Tage mehr oder weniger so durch.
Am Freitag gab es dann den ersten kleinen Theorie- Probetest, den ich am Abend vorher zu Hause ausgearbeitet hatte. Dieser fiel sehr durchwachsen aus und wir Trainer, Olli und ich, sahen, dass es bei dem Ein oder Anderen doch noch sehr viel lernbedarf gab.
Ich denke, alle SegelerInnen freuten sich sehr auf ein erholsames Wochenende.
Der folgende Montag begann mit Kofferschleppen und Zimmerbeziehen, denn in der zweiten Woche wurde auf unserem Nachbargrundstück im Ruderhaus vom Bezirk Mitte übernachtet. Das hieß dann für uns Trainer und Betreuer dann nicht nur sieben Stunden Betreuung, sondern 24 Stunden! Und das fünf Tage am Stück. So manches Kind musste man dann doch in die Schranken weisen, wenn sie die in der Nacht vorher bis ins Detail geplanten Streiche ausführten. Ich denke aber, dass wir doch einiges haben durchgehen lassen und mit sehr viel Humor und Spaß die ganzen Spielereien mitgemacht haben. Auch wir Trainer hatten da so unseren Spaß, so konnten wir auch mal unsere TrainerkollegenInnen ärgern! ;)
In den folgenden Tagen stand dann, wie auch schon in der ersten Woche, viel Segeln und Theorie auf unserem Plan. Hinzu kamen noch einige sehr spannende und interessante Ausflüge wie beispielsweise der Besuch beim Förster, beim Falkner und bei der Wasserschutzpolizei. Nicht zu vergessen die traditionelle TSC-Nachtwanderung – immer ein lustiges Ereignis – und der Film im Schuppenkino.
Am Donnerstag stand dann die praktische Jüngstenscheinprüfung auf dem Programm, das Highlight des Trainingslagers. Olli und ich sagten dies aber nicht, sondern meinten, Nicki und Cori wollen sich nur mal so ansehen, was wir in den zwei Wochen so gelernt hätten. Die Wahrheit war aber eine ganz andere: Nicki und Cori setzten sich als Prüfer mit den Prüfungsunterlagen aufs Motorboot und nahmen mit den/der unwissenden SeglernIn die praktische Prüfung ab. Ich beschäftigte mich währenddessen mit Knotenübungen und den nicht segelnden Kindern auf einem anderen Motorboot am Rande der Prüfungsstrecke. Olli bleib an Land und passte auf die in diesem Jahr extrem aktiven Schnuppersegler auf.
Abends nahmen wir dann die theoretische Prüfung und die Knotenprüfung ab.
Anschließend gab es eine Grillparty. Als alle fertig waren mit Essen verkündete Nicki die Ergebnisse der Jüngstenscheinprüfung: Alle neun Kinder der Optigruppe von Olli und mir hatten den Jüngstenschein bestanden!!! Einer nach dem Anderen wurde aufgerufen und durfte unter viel Beifall und Gejohle den frisch gedruckten Jüngstenschein entgegennehmen. Olli und ich waren extrem stolz auf „unsere“ Kinder und deren super Leistungen, aber auch ein kleines bisschen auf unsere wochenlange Arbeit.
Anschließend wurde getanzt, und zwar richtig! – nämlich in unserer Schuppendisko!
Der Freitag wurde dann ganz ruhig angegangen, das Trainingslager war vorbei. Schade, denn es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht mit den Kindern zu trainieren, an ihren großen Fortschritten teil zu haben und ihre Entwicklung mitzuerleben.

Ich möchte abschließend noch ein paar Leuten danken:
Allen Trainern und Betreuern des Trainingslagers und des Schnuppersegelns 2006,
ganz besonders Cori, ohne die das Schnuppersegeln so nicht möglich wäre, die sich um die ganze Organisation gekümmert hat; Nicki, der viel bei der Organisation geholfen hat, Trainer war, die Jüngstenscheinprüfung abgenommen hat und als Jugendobmann des TSC unersetzlich ist und immer ein toller Freund, Ansprechpartner und Bootsreparateur ist, und natürlich Olli, ohne den es unsere Optigruppe so nicht geben würde und der immer mit viel Spaß und Humor bei der Sache ist.
Vielen Dank auch an Frau und Herrn Girle für die leckeren Mahlzeiten!

Mit sportlichem Gruß

Jan Dethlefsen, Trainer Opti-C

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