Ende des letzten Jahres entschloß sich der Jugendausschuß, für die Sommerferien 1999 wieder ein Schnuppersegeln zu planen. Neben dem eigentlichen Grund, der Nachwuchswerbung für den Segelsport, sollte den 7 – 13 Jahre alten Kinder natürlich möglichst viel Ferienspaß geboten werden. Nach der Ausarbeitung eines Rahmenprogrammes und der Anmeldung beim Bezirk, wurde das Schnuppersegeln durch Inserate und Aushänge an den Reinickendorfer Grundschulen bekanntgemacht. Das Schnuppersegeln sollte zwei Wochen dauern, in der ersten Woche vom 19.07. – 23.07. jeweils von 10.00 bis 17.00 Uhr, in der zweiten Woche vom 26.07. – 30.07. mit Übernachtung im Ruderheim auf dem Nachbargrundstück und Vollpension.

Die Leitung übernahm Oliver Braun, als weitere Betreuer waren Michael Koster, Nicolas Warzecha, Florian Schober, Melanie Boldt, Tanja Streblow und Sarah Seidel dabei. Die Anmeldungen begannen zuerst etwas schleppend, gegen Ende Juni waren dann doch 28 Kinder angemeldet, mehr als erwartet. Nach einigen Treffen zur Planung, dem Aufbau der Boote und einem Elternabend konnte es dann am ersten Montag in den Sommerferien losgehen.

Der erste Tag war hauptsächlich zum Kennenlernen der Betreuer und untereinander und zum ersten „Beschnuppern“ des Segelsportes gedacht. Und so begaben wir uns bei bestem Sommer- und Segelwetter mit der Randmeerjolle und der Huddel auf den See. Dabei war, unterbrochen von einer Mittagspause, Segeln und vor allem Baden angesagt. Am zweiten Tag konnten dann, nach kurzer theoretischer Erklärung der Boote und Knoten, die Ersten im Opti segeln. Auch hier wurde wieder gewechselt, die nicht segelnden Gruppen konnten baden oder Tischtennis spielen. Mittwoch vormittag waren wir dann alle mit der Huddel und der Randmeerjolle im Schlepp unterwegs zur DLRG-Station Scharfenberg, die wir besichtigten. Nachmittags waren dann alle wieder Segeln in den Optis und einem Teeny. Wobei die Optis teilweise zu zweit und der Teeny zeitweise zu dritt besetzt waren, es war manchmal einfach unmöglich eine Dreierclique davon zu überzeugen, sich kurzzeitig voneinander zu trennen. Außerdem konnten so möglichst viele in die Boote. Es dauerte auch nicht lange und die Betreuer hatten ihre Spitznamen weg: Uno-Momento-Olli, Huddel-Flo, Uni-Nicki, Bundeswehr-Michi, Teufel-Melli, Draufgänger-Tanja und Barbie-Sarah sollten wir in der nächsten Zeit noch oft hören! Donnerstag und Freitag wurde weiter gesegelt, nebenbei auch etwas mehr Theorie, Knoten, Tischtennis und natürlich viel Baden, trotz nicht immer guten Badewetters. Aber immerhin hatten wir die ganze Woche guten Wind und auch Regenschauer konnten kaum einen davon abhalten, die Boote aufs Wasser zu bringen.

Dann war Wochenende und wir konnten uns erstmal zwei Tage erholen. Die nächste Woche sollte wesentlich länger werden!

Die zweite Woche begann damit, das die ganze Gruppe ihr Gepäck im Jugendraum abstellen sollte, bis zum Mittag wollten wir wieder segeln. Die Organisation der Mittagsverpflegung  übernahm in der zweiten Woche die Ökonomie des TSC. Danach kam die Zimmereinteilung, wie erwartet nicht ohne Lärm und Chaos. Außerdem wurde gleich je ein Zimmersprecher und für jeden Tag ein Zimmer als Küchendienst eingeteilt. Nachmittags war dann zum Wochenauftakt gleich ein Highlight angesagt: Das von vielen schon von Anfang an erwartete Ringefahren. Ein Riesenerfolg! Das Abendbrot wurde dann gemeinsam im Ruderheim eingenommen, nach anschließendem Aufräumen gab es dann Ballspiele oder den Spielplatz im Freizeitpark Malche. Doch trotz des anstrengenden Tages war keiner so richtig müde, was vor allem Oliver, der die erste Nacht im Ruderheim verbrachte, mitbekam. Oliver und Melanie wechselten sich mit der Nachtbetreuung ab. Am Dienstag war dann wieder Segeln in Optis, Teeny und 420er angesagt. Zu ca. 16.00 Uhr hatten wir die Wasserschutzpolizei in den TSC eingeladen, in drei Gruppen konnte das Polizeiboot besichtigt werden, und anschließend gab’s dann eine Rundfahrt auf dem See, interessant nicht nur für die Kinder! Zum Abendbrot waren dann die Eltern zum gemeinsamen Grillen eingeladen, wobei wir von der Möglichkeit, den Jüngstenschein zu erwerben, berichteten. Hieran bestand auch großes Interesse, was für den Rest der Woche intensivere Theorie und das einzelne Segeln bedeutete. Zum Abschluß des Tages konnte dann ein Videofilm angesehen werden, die Nacht war dann schon wesentlich ruhiger als die erste. Ab Mittwoch wurde dann intensiver mit denen gesegelt, die die Prüfung vor sich hatte. Die Gruppen an Land waren dann beim Theorieunterricht von Michael (mit Lambada aus der Musicbox und Klavierspielen!). Ein weiterer Höhepunkt war dann die Nachtwanderung am Mittwoch Abend, natürlich bei Vollmond, wegen der Wehrwölfe und Vampire! In der DLRG-Station Forsthaus gab’s dann für alle Eis und auf dem Rückweg Gesang, den bestimmt keiner überhört hat, der diese Nacht im TSC verbrachte! (Dank an Sven Taube!) Donnerstag konnten dann die 18 Jüngstenscheinanwärter weiter die Theorie und Praxis vertiefen, vor dem Abendbrot war dann die theoretische Prüfung. Der letzte Abend war dann bis zum Videofilm Freizeit, in der eine Wasserschlacht um und vor allem im Haus stattfand, letzteres zum Mißfallen der Betreuer, die in letzter Minute die Verwendung des Kühlschrankinhaltes zum gegenseitigen Bewerfen verhindern konnten! Schließlich feierten wir noch in den Geburtstag von Nicolas hinein. Am letzten Tag waren dann die praktischen Prüfungen, zuerst die Knoten und dann das Segeln dran. Aufgrund des leider nur schwachen Windes, zog sich das auch bis ca. 16.30 hin. Die Sachen hatten alle schon nach dem Frühstück gepackt, sodaß direkt nach den Prüfungen, bei Kaffe und Kuchen mit den Eltern, die Jüngstenscheine verteilt werden konnten. Hierbei konnten sich auch die Eltern mit den Betreuern unterhalten, einige segelbegeisterte Kinder hatten sich offenbar in der Gruppe gefunden. Nach der Verabschiedung, die allen doch etwas schwerer als erwartet fiel, ließen wir dann den Tag mit Baden und Grillen ausklingen.

Zum Schluß können wir sagen, daß wir alle sehr viel Spaß hatten und gleiches auch von Kindern und Eltern hörten. Bedanken möchten wir uns bei allen, die uns vor allem in der zweiten Woche „ertragen“ haben, und die bei der Organisation des Schnuppersegelns mitgeholfen haben, Bobby für die Unterstützung beim Reparieren der Boote, der Familie Kirsch für die Bewirtung und vor allem aber Marlies und Heiko, die sich um die gesamten Einkäufe, das Frühstück, Abendbrot und die Küche gekümmert haben. Besonders gefreut haben wir uns auch über den Dank des Vorstandes!

Jetzt wollen wir die interessierten Kinder zu Jugendsitzungen und weiter zum Training in den TSC einladen und hoffen, daß uns einige für die Jugendabteilung erhalten bleiben!

Das Schnuppersegel-Team

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