Eigentlich wollten wir ja gar nicht an der Meisterschaft teilnehmen, mußte sie aber dann doch noch auf die Liste unserer Saisonhöhepunkte nehmen, da das mit der Olympiateilnahme leider nicht geklappt hat. Aber das ist eine andere Geschichte. Wir, dazu zählt mein Steuermann Lucas und ich, konnten uns also ganz in Ruhe auf unseren letzten Zielwettkampf in Berlin vorbereiten. Großartig trainiert hatten wir im Vorfeld nicht, unsere Vorbereitung bestand im wesentlich darin, die verpatzte Olympiaqualifikation zu verarbeiten, und beim Seglerhaus Preis mitzusegeln. Der Seglerhaus Preis wurde wie die Deutsche Meisterschaft auch vom VSaW ausgerichtet und fand direkt am Wochenende vor dem großen Spätsommerereignis statt.

Parallel zu unserer Trainingsregatta am Samstag und Sonntag wurde schon die Vermessung für die ab Montag beginnende Meisterschaft durchgeführt. Wiegen des Bootes, Segel vermessen lassen und eine Kontrolle der Mast- und Baumlängen gehören zu den Standards einer solchen Vermessung. Denn es sollen ja schließlich auch faire Wettkämpfe werden. Nachdem nun alle Teilnehmer die erste Hürde zur Deutschen erfolgreich gemeistert hatten, folgte auch schon die erste Party mit jeder Menge Freibier und leckerer Pizza. Die Eröffnungsfeier wurde auch gleichzeitig genutzt um die Siegerehrung des Seglerhaus Preises durchzuführen, den wir übrigens gewannen und somit einen schönen Trainingsabschluß erzielten. Gleich am nächsten Morgen war dann der erste von 10 geplanten Starts zur Meisterschaft. Als heimliche Titelaspiranten mußten wir nun endlich zeigen ob wir die deutsche 470er-Klasse beherrschen. Nach dem ersten von vier geplanten Tagen sah jedenfalls alles ganz danach aus, und wir konnten uns mit drei ersten Plätzen gleich an die Spitze des Feldes setzten. An Land wurde schon für die tägliche Protestverpflegung gesorgt: Essen und Freigetränke, natürlich hauptsächlich Bier, sorgten so für ein ablenkendes Umfeld bezüglich der Proteste, von denen es letztendlich nur wenige gab. Am Abend organisierte der Veranstalter eine gut gelungene Party mit ordentlich lauter Musik, einer Cocktailbar und jeder Menge fröhlicher Menschen. So wie der erste Tag sahen dann auch die folgenden Tage aus: Segeln, Freibier, Abendprogramm. Zum täglich wechselnden Abendprogramm gehörten eine weitere Party und eine Dampferfahrt durch Potsdam. Das Wetter verhielt sich leider nicht ganz so wie es sich viele erhofft hatten. Wenig Sonne und Temperaturen die einen lieber zum Hallenfußball einluden, vermiesten den Teilnehmern etwas die Lust am Segeln. Trotz alledem war es eine sehr gelungene Veranstaltung, die schon mit der 9. Wettfahrt frühzeitig beendet wurde, da es am Donnerstag zu starke Böen auf dem Wannsee gab. Uns war das relativ egal, da wir die 9. und 10. Wettfahrt gar nicht mehr mitsegeln brauchten und somit einen segelfreien Tag hatten. Denn nach dem 8. Lauf am Mittwoch stand schon vorzeitig fest, daß wir mit 8 Punkten Deutscher Meister geworden waren. Natürlich gab es auch an diesem Abend ein großes Fest bei dem der eine oder andere später nicht mehr so recht wußte wie man zu laufen und zu reden hatte. Auf wen das aber alles genau an diesem Abend zutraf, weiß ich nicht mehr. Eine mittelprächtige Preisverteilung beendete dann am Donnerstag die diesjährige Meisterschaft und damit auch den Kampf um unsere Titelverteidigung. Für Sonja, die mit ihrer Schottin etwas mit den Windbedingungen zu kämpfen hatte, endete diese Regatta mit einem 24. Platz, also auch voll im grünen Bereich.

Ahoi Felix

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