Sail Melbourne Worldcup

19.12.2010

Wir haben das vierwöchige Training in Fremantle / Perth absolviert und nach einem "nur"  knapp über drei Stunden dauernden Flug Melbourne erreicht. Interessanterweise mussten wir während dieser Reise kein einziges Mal unseren Pass vorzeigen. Es kam uns ein bisschen vor wie Busfahren– mal eben von der West- an die Ostküste. Aber wie wir erfuhren haben die Australier eine ganz andere Relation zu Distanzen. Einmal fragten wir einen Einheimischen nach dem Weg zu einem Ort weiter nördlich: "Ah, just go down the road." – "How far is it approximately?" – "Not far, maybe 800 kilometres."

Den Abschluss unseres Aufenthaltes in Australien bildete nun der erste Worldcup der beginnenden Saison: Die Sail Melbourne Regatta. Wir hatten uns vorgenommen bei diesem Event unser Bestes zu geben und nicht besonders auf bestimmte Situationen zu achten. Wir wollten sehen wo wir zu Konkurrenz stehen.

Nach den ersten beiden Tagen der Regatta mussten wir uns eingestehen, dass wir noch viele unnötige Fehler machen, die uns wertvolle Punkte kosteten. Wir waren auf dem 14 Platz von 22 Teilnehmern und es lagen noch drei Qualifikationstage vor uns, um unter die ersten 10 und damit in das Medalrace am letzten Tag zu kommen. Am folgen Tag stürmte es und die Wettfahrtleitung brach alle Rennen schon sehr früh ab. Also nur noch zwei Tage für uns. Wir mussten entspannt bleiben, uns nicht zu sehr unter Druck setzen für die kommenden Rennen. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir nicht, dass es eine regelrechte Aufholjagt werden würde.

An den kommenden zwei Tagen fuhren wir konstant Ergebnisse unter den Top 8 ein und erreichten als neunte das Medalrace. Zudem hatten wir eine perfekte Ausgangsposition. Nach hinten über zehn Punkte Puffer, aber bis zu Platz sechs nur vier Punkte aufzuholen. Unsere Taktik für dieses letzte Rennen, welches auch noch doppelt gewertet wird, war also maximaler Angriff. Es sollte spannend werden.

Am Start vom Medalrace ging es heiß her. Die führenden Teams kämpften bereits zwei Minuten vor dem Start um die Position, was bei vier Windstärken im 49er kein Zuckerschlecken ist. Wir hielten uns raus und fuhren unsere eigene Taktik auf die linke Seite. An der ersten Wendemarke lagen wir auf Platz fünf, erstmal gar nicht schlecht. Während der nächsten Runden konnten wir auf der linken Seite des Kurses mit mehr Wind ein weiteres Boot überholen. Auf dem letzten Schlag zum Ziel hatten wir sehr guten Speed und holten noch ein Boot auf. Dritter im Medalrace, das war ein sehr gutes Ergebnis. Doch wussten wir noch nicht, wo wir insgesamt lagen. An Land sahen wir dann, dass wir es geschafft hatten. Insgesamt Platz sechs mit nur wenigen Punkten auf den 7. und 8. – ein gelungener Abschluss für uns.

Wir hatten eine wirklich schöne und lehrreiche Zeit in down under, freuen uns aber auf das Weihnachtsfest im Kreise der Familie. Jetzt können wir nur hoffen, dass wir trotz des Schneechaos heil und pünktlich in Deutschland ankommen.

Ein frohes Fest wünschen euch Erik und Tomi

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