Dieser Bericht in Form eines Tagebuchs wurde von Felix jeden Abend fortgesetzt. Kleinere Ungenauigkeiten können z.B. durch verschiedene Ergebnislisten (vor oder nach den Protesten) oder ähnliches auftreten. Ursprünglich war es geplant den Bericht täglich zu veröffentlichen. Dies klappte jedoch wegen eines fehlenden Internetzuganges nicht. Sorry!!!


Die Vermessung:

Nach unserer Ankunft am Samstagabend konnten wir gleich am nächsten Morgen unsere Schiffe vermessen lassen. Es wurden die üblichen Werte am Schiff und den Segeln überprüft. Keiner der 7 deutschen Mannschaften hatte ernsthafte Probleme und somit stand einem gelungenem Start nichts mehr im Wege. Leider spielte nur die Sonne so richtig mit: Strahlend blauer Himmel bei 0-1 Bft.


1. Tag:

Leider sah es an diesem Mittwoch nicht viel besser aus als im Training. Ein Strich kein Strich. Und so mussten die 112 Männer- und 45 Frauenmannschaften einen ganzen Tag an Land verbringen. Am späten Abend wurden die Frauen zwar kurz auf ihren Kurs geschickt, aber eine Wettfahrt konnten sie dort auch nicht segeln.


2. Tag:

Nach dem Wetterbericht sollte heute etwas mehr Wind kommen. Dies sah aber anfangs nicht so aus. Bis 18.00 Uhr mussten wir wieder auf Wind warten bis er dann endlich kam. Die Frauen schafften mit ihren beiden Qualifikationsgruppen auf ihrer Bahn zwei Läufe. Bei den Männern (3 Qualifikationsgruppen) reichte die Zeit nur für eine Wettfahrt. Zelle und Felix starteten mit einem 2. Platz sehr optimistisch in diese EM. Alina und Vivien segelten auf die Plätze 9 und 9. Leider bekamen sie im 1. Lauf einen Protest der später zu einer Disqualifikation führte.


3. Tag:

Heute fingen die Wettfahrten endlich einmal pünktlich um 13.00 Uhr an. Wie geplant wurden zwei Läufe plus ein Nachhohlrennen gesegelt. Bei strahlendem Sonnenschein und Wind zwischen 2-4 Bft mussten die Männer heute mit stark drehendem Wind dicht unter Land kämpfen (Bahn Gelb). Die Frauen fuhren heute auf der etwas besser gelegenen Bahn (Bahn Rot) ihre letzte 3 Qualifikationsrennen. Für Alina und Vivien lief der Tag super gut. Mit einem weitern 9. und zwei 2. Plätzen erreichten sie als 8. mit Leichtigkeit die Goldgruppe. Für Zelle und Felix war es nicht ganz so gut. Mit den Plätzen 3, 10 und 7 sind sie trotzdem sehr zufrieden. Auch sie qualifizierten sich somit als 8. ins Goldfinale.


4. Tag:

Am Anfang sah noch alles sehr positiv aus. Sonne und schöner Wind aus nördlicher Richtung. Also hieß es gegen 12.00 Uhr auslaufen. Auf unserer Bahn angekommen schlief der Wind dann langsam ein und wir durften bei guten 20 Metern Strom ohne Wind warten. Nach guten 2 ½ Stunden schickte uns die Wettfahrtleitung dann doch wieder zurück in den Hafen. Hier mussten wir noch bis 18.10 Uhr ausharren bis sich der Nord-Ostwind endlich wieder durchsetzte. Um 19.15 Uhr wurden dann doch noch das erste Finalrennen bei guten 3 Bft. angeschossen. Nach einer guten Startkreuz konnten Zelle und Felix ihren bis dahin 6. Platz nicht halten und rutschten allmählich zurück bis auf den 17. Alina und Vivien ersegelten sich einen 11. Platz. Für die meisten war damit der erste Finaltag gegen 21.45 Uhr beendet. Zelle und Felix reichten jedoch noch einen Protest gegen ISR 7 ein, den sie um 23.30 Uhr gewannen. Danach hieß es auch für sie: Ab ins Bett!!!


5. Tag:

Naja, wo soll man anfangen? Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne, Sonne und keeeeeeiiiiiiiin Wind.

So haben wir den Tag mit Mittagsschlaf, Tour de France, und Baden verbracht!


6. Tag:

Das riesige Hochdruckgebiet über Europa wollte auch heute nicht so recht weichen. Es dauerte wieder bis 15.30 Uhr bis genügend Wind aufkam, um gegen den Tidenstrom segeln zu können. Doch diesmal frischte es sogar anfangs bis auf 4 Bft auf. Wir schafften 2 Rennen die zum Abend hin immer schweiniger wurden. Bei den Frauen schlief der Wind sogar soweit ein, das einige durch den 30m starken Strom kurzzeitig rückwärts fuhren. Für Alina und Vivien lief es nicht ganz so gut. Sie segelten zweimal auf Platz 11. Zelle und Felix kamen mit den Bedingungen heute besser klar. Mit den Plätzen 5 und 9 konnten sie ihre Position auf den vorderen Rängen festigen. Mit insgesamt 7 Wettfahrten hatten wir jetzt wenigstens schon einmal eine Europameisterschaft beisammen.


7. Tag:

Eigentlich fällt einem gar nichts mehr dazu ein: Jeden Tag das gleiche! Doch im Gegensatz zu den vorherigen waren vor allem Zelle und Felix überhaupt nicht an Wind interessiert. Durch einen Protest der am Morgen verhandelt wurde gewannen sie sogar noch einen Platz. Nun lagen sie insgesamt auf Platz 3. Da jedoch ein Amerikaner führte hieß das: Platz 2 in der Euro-Wertung. Das tägliche warten wurde für die beiden zu einer kleinen Tortour. Doch etwas verspätet wurde dann endlich um 15.30 Uhr abgebrochen und die Sektkorken konnten knallen. Der zweite Platz bedeute jedoch für die beiden nicht nur das sie jetzt Vizeeuropameister sind, nein mit diesem Platz ersegelten sie auch das NOK-Kriterium. Was mit anderen Worten soviel heißt, dass sich Zelle und Felix so gut wie für die Olympischen Spiele in Athen qualifiziert haben. Jetzt fehlt nur noch die Nationenqualifikation auf der WM 2003 oder 2004. Und das sollte ein Kinderspiel werden

Alina und Vivien waren mit ihrem 12. Rang in der Gesamtwertung (9. Europäerin) nicht ganz zufrieden, feierten aber am Abend genauso ausgelassen mit wie jeder andere im Hafen. Es wurde gesoffen, getanzt, gesoffen und nochmals getanzt.


Einen Glückwunsch noch von unserer Seite an die Mannschaft Rothweiler/Leu, die mit ihrem 5. Platz in der Euro-Wertung ihren A-Kaderplatz bestätigten.


PS.: Zelle und Felix möchten sich bei allen Sponsoren und Lesern bedanken, die entweder durch ihre Unterstützung oder einfach nur ihr Interesse etwas zu diesem Erfolg beigetragen haben. Vielen Dank

von Felix

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