Wer weiß heute noch was „Knödeln“ bedeutet? Es ist das Fußballspielen mit reduzierter Mannschaft auf einem geräumten Ruinengrundstück, der Straße oder der Parkanlage. Nun gibt es heute keine Ruinengrundstücke mehr, das Spielen auf der Straße ist lebensgefährlich und das Betreten des Rasens ist strengstens verboten. Schade! Ich habe beim Knödeln viel gelernt: Respekt, Toleranz und Fairness. Wo auch immer sich eine Gruppe von Jungen traf – Mädchen waren damals äußerst selten bereit mitzuspielen – spielte man Fußball. Zwei Jacken bildeten ein Tor. Dann wurde gewählt, gerecht nach Leistungsvermögen, so dass auch der Schwächere eine Chance hatte. Einen Schiedsrichter brauchten wir nicht. Drei Ecken waren ein Elfer. Jeder achtete darauf, die Regeln einzuhalten und den Gegner nicht zu verletzen. Und wenn es doch einmal im „Eifer des Gefechts“ passierte, hatten wir ein schlechtes Gewissen und entschuldigten uns. So etwas wie ein „taktisches Foul“ gab es nicht. Heute braucht man drei Schiedsrichter, einen vierten „Offiziellen“ und nach Möglichkeit auch noch den Videobeweis. Es geht nichts mehr ohne Schiedsrichter, vielleicht noch beim Tennis bis zur Landesliga. Auch im Segelsport geht nichts mehr ohne Schiedsrichter. Da können sich noch so viele zum Segeln verabreden, wenn es um eine Yardstick-Wettfahrten geht oder um Ranglistenpunkte, braucht es eine Wettfahrtleitung und einen Schiedsrichter. Wer also Regatten segeln will, sollte auch dafür sorgen, dass das notwendige Personal dafür vorhanden ist. Also Segler, überwindet euch und meldet euch an zum Wettfahrtleiter- oder Schiedsrichter-Lehrgang. Das Beobachten als Verantwortlicher einer Wettfahrt ist ebenso spannend und lehrreich, wie die Teilnahme selbst. Am Ende ist ein Verein mit dem besten Vorstand nichts, wenn er seinen Selbstzweck, nämlich Segelsport zu betreiben, mangels einer Wettfahrt-Leitung nicht erfüllen kann. Termine für Wettfahrtleiter- oder Schiedsrichter-Lehrgänge erfahrt ihr bei unserem Obmann, Jens Lübeck.

Peter Reckmann

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