(* ein Ramsauer ist so etwas Ähnliches wie ein Kalauer, nur nicht so witzig)

Sehr geehrter Herr Verkehrsminister – die saloppe Abkürzung der kompletten Amtsbezeichnung sei mir verziehen – Sie sind Herr über die Straßen des Bundes, zu Lande wie zu Wasser. Deshalb will ich Sie auf eine eigentümliche Veränderung auf Ihren Straßen, vornehmlich auf den Wasserstraßen, hinweisen: Immer häufiger sehe ich Segelboote auf unseren Gewässern, die ihre Fender außenbords spazierenfahren. Falls Sie nicht wissen was Fender sind, das sind überdimensionale Weißwürschtel, aber aus Plastik. Es gibt sie auch in blauer oder schwarzer Farbe und manchmal ähnelt ihre Form auch den Radieschen.

Fender schützen den Rumpf eines Schiffes vor Beschädigungen beim An- und Ablegen sowie beim Stillliegen. Hängen sie noch während der Fahrt, wäre es so, als wenn Sie ihren Regenschirm aufspannen, obwohl es noch gar nicht regnet. Das wissen Segler gewöhnlich. Möglicherweise ist das neuerdings eine Vorsichtsmaßnahme, weil man nicht mehr weiß, wem man auf dem Wasser begegnet, Ausgebildeten oder Führerscheinfreien. In dem anderen Teil ihres Ressorts, den Landstraßen haben wir seit langem solche Verhältnisse: Radfahrer brauchen als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer keinen Führerschein. Nun bin ich besorgt, dass wir auf den Wasserstraßen Ähnliches begegnet wie vor meiner Haustür. Ich werde wohl auch meine Fender ständig an der Reling hängen lassen, bei Charterschiffen ist das ohnehin gang und gäbe.

Peter Reckmann

erfreuliches 2013Auch in den nächsten zwei Jahren wird Wolfgang Rabensdorf Flagge zeigen – im bildlichen Sinne und die des TSC. Wolfgang ist erneut einstimmig zum Schatzmeister des Berliner Segler-Verbandes gewählt worden! Das ist gut für die Berliner Segler, die darauf vertrauen können, dass das Schiff BSV nicht in Schieflage gerät. Und das ist gut für den TSC, denn gute Nachrichten nützen immer.

Herzlichen Glückwunsch zu diesem ehren- und verantwortungsvollen Amt! Und ein Dankeschön für das ehrenamtliche Engagement zum Wohle der Segler.

rd 2013 1Die Flaggen sind gestrichen, das Schiff ist im Winterlager. Aber es wird im Frühjahr unter neuer, schwedischer, Flagge fahren. Reinhard Delmas verabschiedet sich aus dem Kreis der Fahrtensegler nochmals mit einer beachtenswerten Reise mit seiner BAROO um das Mare Baltikum – gegen den Uhrzeigersinn. Sein letzter Fahrtenbericht über die fast 2.000 sm lange Reise ist ein Buch mit über 100 Seiten geworden.

rd 2013 2Reinhard segelte stets mit wechselnder Crew. Deshalb hat er seine Reisen akribisch vorbereitet und den Törn als „Linienschiff" gestaltet und dementsprechend Aufenthalte eingelegt. Damit hat er meinen Vorstellungen vom Fahrtensegeln entsprochen: sich Zeit nehmen, um Land und Leute kennenzulernen und dabei mit guter Seemannschaft Bo(o)t-schafter seines Landes und seines Vereins zu sein.

Ein Grandseigneur des Segelsports tritt ab. Schade für ihn und den Kreis der Tegeler Fahrtensegler und dennoch verständlich, einer guten Seemannschaft folgend, seine Grenzen zu erkennen und danach zu handeln. Ich werde die Reise, an der ich teilnehmen konnte nie vergessen und mich an seine Fahrtenberichte gerne erinnern. Mast- und Schotbruch, Reinhard.

Auf Betreiben des Wasserwirtschaftsverbandes haben zwei Bundestagsabgeordnete von der CDU und der FDP erfolgreiche eine Initiative zur „Förderung des Wassertourismus" eingebracht. Sie haben erreicht, dass die Führerscheinpflicht für Sportboot mit einer Maschinenleistung unter 15 PS sowohl auf Binnenschifffahrtsstraßen als auch im Bereich der Deutschen Küstengewässer entfällt.

Ich möchte an dieser Stelle durch Beispiele belegen, dass man den Wassertourismus nur durch qualifizierte Ausbildung fördern kann.

Berlin tut viel für seine Gäste, auch für die, die nicht per Bahn, Auto oder Flieger kommen sondern mit einem Schiff. Berlin hat an vierzehn Orten in der Stadt Liegeplätze geschaffen. Der Berliner Segler-Verband hat Flyer mit einer Revierbeschreibung der sechs Reviere erarbeiten lassen, die Vereine öffnen sich Gästen aus den anderen Bundesländern. Das Bundesverkehrsministerium schafft die Gastregelung ab. Damit können Segler, die keinen Sportbootführerschein Binnen/Segeln besitzen, weil sie ihn zuhause nicht benötigen, hier nur auf den Revieren Müggel, Dahme und Zeuthen segeln. Und damit können Motorbootfahrer, die von der „Liberalisierung des Führerscheinwesens" profitieren wollen, nicht mit ihren unter 15 PS starken Booten Berlin besuchen, ohne den Führerschein doch noch zu machen. Das ist ein echter Ramsauer! (s. Artikel „Was ist ein Ramsauer?")

Was ist ein Ramsauer?

Ein Ramsauer ist so etwas Ähnliches wie ein Kalauer. Der Ursprung liegt weiter südlich. Dafür gilt er nicht als schlechter Witz sondern eher als schlechte Politik. Bekannt geworden sind die Ramsauer durch den Versuch, den Wassersport zu fördern, mit Methoden, die das Ziel konterkarieren. Hier kommt ein neuer Kalauer halt, Ramsauer:

Was macht ein 15-jähriger aus Rahnsdorf, wenn er am Piratentraining in Tegel teilnehmen will? Er versteckt sich, damit ihn die Wasserschutzpolizei nicht findet. Er fährt nämlich ohne Führerschein, weil er ihn am Müggelsee nicht braucht, aber auf dem Tegeler See.

Peter Reckmann

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